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Springen/Springreiten mit Pferden
Pferde als Flucht- und Lauftiere können von Natur aus springen. Es ist beim springen wohl so wie bei allen mir bekannten Reitweisen, die natürliche Veranlagung der Pferdes wird genutzt, um mit dem Pferd als Partner Sport zu treiben.
Voraussetzungen sind ausreichende Grundkenntnisse im Reiten und von der Anatomie des Pferdes, um mit dem Pferd schonend Hindernisse partnerschaftlich überwinden zu können.
Springen wird in verschiedenen Sparten des Reitsportes angewandt: - Auf dem Turnier als Parcoursspringen - Im Gelände bei Jagden - In der Vielseitigkeitsreiterei,, auch als Krone der Reiterei bezeichnet, zusätzlich zu einer Dressur (siehe Englischreiten) als Parcoursspringen und als Geländestrecke mit Hindernissen als Teilprüfungen.
Beim Turniersport unterscheiden wir, wie beim Dressurreiten, nach der Schwere der zu bewältigenden Hindernisse E, A ,M und S, wobei E die einfachste Form ist und S den höchsten Schwierigkeitsgrad darstellt.
Zunehmend werden in den unteren Gruppen E Springen und A Springen, sowie in sogenannten Springpferdeprüfungen (Prüfungen für junge Pferde) Stilspringen abgehalten, die Richter geben Wertnoten für korrekten Sitz, sauberes Anreiten des Sprunges und ein harmonisches Gesamtbild. Falls mal bei einem Hindernis eine Stange herunterfällt, weil Reiter und Pferd einen Fehler gemacht haben, so wird dafür ein Abzug in der Gesamtnote berücksichtigt, eine Höchstzeit ist vorgegeben, ein reiterlich korrektes und pferdeschonendes Überwinden der Hindernisse steht im Vordergrund.
Bei höheren Anforderungen (teilweise ab A Springen) wird unterstellt, dass Pferde und Reiter genügend „Können“ haben, es geht darum, ohne Fehler in kürzester Zeit einen Parcour zu durchreiten. Das beste Ergebnis erzielt das Paar, welches die wenigsten Hindernisse abgeworfen hat, wenn mehrere Starter fehlerfrei waren, gewinnt das Pferd, welches mit seinem Reiter den Parcours am schnellsten durchsprungen hat.
Eine Variante ist, zunächst mit gegebener Höchstzeit zu reiten und erst in einem zweiten Durchlauf für diejenigen Pferde, die im ersten Durchgang fehlerfrei geblieben sind, einen zweiten Parcours, ein sogenanntes Stechen aufzubauen, wobei dann im Stechen doch wieder bei gleicher Fehlerzahl mehrerer Pferde (oder eben bei mehreren Nullfehlerdurchläufen) das schnellste Pferd gewonnen hat.
Das Jagdreiten mit Springen (sogenannte Fuchsjagden) hat sich aus alten Traditionen, den Jagden zu Pferde entwickelt. Ursprünglich wurde mit einer Hundemeute tatsächlich Wild gejagt, die Jäger ritten hinter den Hunden her. Mit Hunden wird bei uns in Deutschland schon seit über 100 Jahren nicht mehr auf Wild gejagt, aber es sind einige Varianten und der Name „Fuchsjagd“ erhalten geblieben. Es gibt noch einige Hundemeuten in Deutschland, die in der sogenannten Jagdsaison bei einigen Fuchsjagden eine von einem Vorreiter gelegte Geruchsspur suchen und dieser folgen sollen. Die Reiter folgen dann den Hunden, sozusagen über Stock und Stein in mehr oder weniger „wilder“ Jagd. In einer anderen Variante wird auf die Hunde verzichtet, nach reiterlichen Regeln wird die Fuchsjagd als gemeinsamer Geländeritt durchgeführt, oft mindestens in einer Gruppe auch mit Hindernissen. Im Vordergrund steht das Gemeinschaftserlebnis, manchmal eine Nebenprüfung in einem kleinen Geländeparcours, ab und an traditionsreiche Reiterspiele wie Fuchsschwanzgreifen, aber beim Jagdreiten geht es zunächst einmal nicht um Wettkampfsport, es gibt keine Jagdgewinner im eigentlichen Sinne. Gemeinschaftliche Pausenstopps mit Satteltrunk, das Einnahmen einer gemeinsamen Mahlzeit, meist der Erbsensuppe aus der Gulaschkanone und ein abendlich folgender Reiterball kennzeichnen der Jagdsport, sei er auch mit Springreiten verbunden, eher als gesellschaftliches Erlebnis und nicht als Wettkampfsport.
Vielseitigkeitsreiten besteht aus Dressur, Parcoursspringen und einer Geländestrecke mit Hindernissen. Dabei werden neben dem reiterlichen Können in der Dressur (siehe englisch reiten) in den beiden Teilprüfungen Parcoursspringen auf Zeit (siehe oben) und Geländestrecke mit Hindernissen auf Zeit Teilnoten erzielt, die zu einem Gesamtergebnis zusammengefasst werden. Die Geländestrecke hat sich wohl aus den Nebenprüfungen der Jagd entwickelt, es geht darum, neben reiterlichem Können im englisch reiten auch die Kenntnisse im Springsport und auch gute Kondition und das Zusammenspiel von Pferd und Reiter in der freien Natur unter Beweis zu stellen.
Da stellt sich nun die Frage, wie hoch muss so ein Pferd denn in welcher Kategorie springen und wie weit? Und wie viel Hindernisse?
Die Antwort steht in der LPO in § 504.
E Springen: da gibt es noch keinen Wassergraben in der Halle sollen mindestens 6, im Freien mindestens 7 Hindernisse gesprungen werden. Die Hindernisse sind mindestens 80 cm hoch, höchstens 1 Meter, mindestens ein Oxer (Breitsprung) soll zwischen 1 Meter und 1,30 Meter breit sein.
A Springen: Ein Wassergraben darf nicht breiter sein als 2,50 Meter. In der Halle sollen mindestens 6, im Freien mindestens 7 Hindernisse gesprungen werden. Die Hindernisse sind mindestens 1 Meter hoch, aber höchstens 1,10 Meter, mindestens 1 Oxer soll zwischen 1,10 Meter und 1,40 Meter breit sein.
L Springen: Ein Wassergraben darf nicht breiter sein als 3 Meter In der Halle sollen mindestens 7, im Freien mindestens 8 Hindernisse gesprungen werden. Die Hindernisse sollen mindestens 1,10, höchstens 1,20 Meter hoch sein, die Breite liegt zwischen 1,20 m und 1,50 m.
So geht es mit der Höhe weiter. M/B danach M/A Danach S mit ein, zwei oder 3 Sternchen Jede schwierigere Prüfung im Prinzip je 10 Zentimeter höher als die vorherige Stufe. Bei S mit 3 Sternchen ist man dann bei einer Höhe von mindestens 1,50 m, max 1,60 m angekommen, die Hindernisse sind zwischen 1,50 m und 2,0 m breit und der Wassergraben darf bis zu 4,50 m breit sein.
Jürgen Knorsch
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